42. Ökologische Trauer & Solastalgie – Wie gehen wir mit Verlusten in unserer Umwelt um?
Shownotes
Schmerz lass nach? Wenn wir klimabedingte Veränderungen in unserer Umwelt wahrnehmen, kann sich das schmerzvoll anfühlen, ähnlich wie beispielsweise bei Heimweh oder sogar beim Verlust eines Mitmenschen. In Folge 42 unseres Podcasts beschäftigen wir uns mit dem Erleben ökologischer Trauer und dem Gefühl der Solastalgie. Wir geben Einblicke, wie solche Gefühlen im Zusammenhang mit Verlusten in unserer Umwelt entstehen und wie wir gut mit ihnen umgehen können.
Wenn ihr wissen wollt, wer mitgewirkt hat: Armin, Larissa, Nathalie
Wenn ihr weiterführenden Input haben möchtet:
- Albrecht, G. A. (2020). Negating solastalgia: An emotional revolution from the Anthropocene to the Symbiocene. American Imago, 77(1), 9-30. https://doi.org/10.1353/aim.2020.0001
- Breth-Petersen, M., Garay, J., Clancy, K., Dickson, M., & Angelo, C. (2023). Homesickness at home: A scoping review of solastalgia experiences in Australia. International Journal of Environmental Research and Public Health, 20(3), 2541. https://doi.org/10.3390/ijerph20032541
- Christensen, B. K., Monaghan, C., Stanley, S. K., Walker, I., Leviston, Z., Macleod, E., Rodney, R. M., Greenwood, L. M., Heffernan, T., Evans, O., Sutherland, S., Reynolds, J., Calear, A. L., Kurz, T., & Lane, J. (2024). The Brief Solastalgia Scale: A psychometric evaluation and revision. Ecohealth, 21(1), 83-93. https://doi.org/10.1007/s10393-024-01673-y
- Galway, L. P., Beery, T., Jones-Casey, K., & Tasala, K. (2019). Mapping the solastalgia literature: A scoping review study. International Journal of Environmental Research and Public Health, 16(15), 2662. https://doi.org/10.3390/ijerph16152662
- Loy, L. & Reese, G. (2023). Global verbunden, global aktiv? Wie eine globale Identität mit Klimaschutz zusammenhängt. The Inquisitive Mind. https://de.in-mind.org/article/global-verbunden-global-aktiv-wie-eine-globale-identitaet-mit-klimaschutz-zusammenhaengt
- Zeier, P., & Wessa, M. (2024). Measuring eco-emotions: A German version of questionnaires on eco-guilt, ecological grief, and eco-anxiety. Discover Sustainability, 5(29). https://static-content.springer.com/esm/art%3A10.1007%2Fs43621-024-00209-2/MediaObjects/43621_2024_209_MOESM2_ESM.pdf
Wenn ihr uns kontaktieren wollt oder uns Feedback geben möchtet: podcast@psychologistsforfuture.org
Wenn ihr wissen wollt, wer unsere Folgen-Bilder gestaltet: © Jai Wanigesinghe, https://www.jaiwanigesinghe.net/
Wenn ihr als Klima-Engagierte Unterstützung in Form eines Beratungsgesprächs sucht: beratung@psychologistsforfuture.org
Wenn ihr weitere Infos zu den Psychologists/Psychotherapists for Future sucht: Website Newsletter Instagram X/Twitter Facebook YouTube
Transkript anzeigen
00:00:12: Ja, hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Folge von Klima
00:00:16: im Kopf
00:00:17: dem Psychologist of Future Podcast.
00:00:20: Indem wir uns wie immer mit Themen rund um Psychologie- und Klimakrise beschäftigen.
00:00:25: Ich bin Armin, Psychologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter...
00:00:29: ...und ich bin Nathalie, Psychotherapeutin und wissenschaftliche Mitarbeiterin – und wir freuen uns, dass ihr heute dabei seid!
00:00:35: Ja, vielleicht kennt manche von euch wer an einem anderen Ort arbeitet als man vielleicht aufgewachsen ist.
00:00:43: Wenn man nach längerer Zeit wieder in die Heimat zu Besuch kommt und dann sieht der Ort vielleicht... plötzlich ganz anders aus, vielleicht ist eine Wiese verschwunden und jetzt stehen dort neue Wohnhäuser oder ein alter Baum musste weichen auf dem man als Kind sonst immer rumgeklettert ist.
00:01:01: Das löst bei mir und ich denke bei vielen anderen erstmal Gefühle in uns aus und oft sind die eher gar nicht so angenehm.
00:01:09: zum Beispiel ist das vielleicht sowas wie Wehmut oder Trauer darüber dass der Ort gar nicht mehr so isst wie er mal war.
00:01:17: Und diese Gefühle betreffen aber inzwischen gar nicht mehr nur Menschen, die ihren Heimatort verlassen haben.
00:01:22: Weil durch die Klimakrise Veränderungen in unserer Umwelt immer häufiger passieren, immer schneller und auch immer spürbarer.
00:01:30: Dann bezieht sich dieser Trauer nicht mehr auf eine Straße, die sich verändert hat sondern auf eine ganze Region oder sogar unseren Planeten Und das kann dann zur Belastung werden.
00:01:40: Genau darum soll es heute gehen, wir fragen uns wie gehen wir emotional mit klimabedingten Veränderungen um?
00:01:47: Was sagt die Psychologie zu Trauer um unsere Umwelt und was hilft uns vielleicht dabei
00:01:53: auch?
00:01:54: Dafür haben wir Wissen aus der Forschung mitgebracht und auch mit Menschen in unserem Umfeld über ihre persönlichen Erfahrungen gesprochen.
00:02:01: Die hört ihr als Alltagsbeispiele im Verlauf der Folge.
00:02:04: Ja bei Klima im Kopf, da haben wir uns natürlich schon häufiger mit sogenannten Klimagefühlen auseinander gesetzt.
00:02:10: Für einen Überblick lohnt es sich glaube ich wenn ihr zum Beispiel nochmal rein hört in die vierte und fünfte Folge unseres Podcasts.
00:02:17: also richtiges Frühwerk.
00:02:19: Da hatten wir das Thema emotionale Reaktionen auf die Klimakrise bis hin Sperrige Namen in der Rückschau.
00:02:26: Und wir hatten auch das Thema Angst und Klimaangst, und heute wollen wir uns jetzt aber eben eher auf das Thema Schmerz-, Verlust- und Trauer fokussieren?
00:02:36: Das ist erst mal ein schweres Thema!
00:02:39: Wir befassen uns aber vor allem damit, weil es zu den häufigsten emotionalen Reaktionen auf die Klimakrise gehört.
00:02:46: Und dabei gibt es mehrere Begriffe, die wir heute mal so ein bisschen auseinander klamüsern wollen.
00:02:52: Die alle versuchen diese klimaspezifischen Verlustgefühle zu beschreiben.
00:02:56: Zum Beispiel ökologische Trauer oder auch Solastalgie.
00:03:00: Die Begriefe sind nicht so ganz trennschar voneinander zu unterscheiden.
00:03:04: Die betonen aber immer ganz bestimmte Nuancen.
00:03:06: Ja, und um einen guten Umgang mit solchen schwierigen Erlebnissen zu finden ist es ja immer ein ganz guter erster Schritt die eigenen Gefühle überhaupt erstmal klar benennen zu können.
00:03:16: So viel weiß ich noch aus dem Psychologie-Studium.
00:03:19: Natalie du hast dich jetzt aber mit diesen Begrifflichkeiten in der letzten Zeit tiefer auseinandergesetzt.
00:03:24: dann lass uns doch gerne mal in diese Begriffe einsteigen!
00:03:29: Ich glaube, am ehesten denken Menschen bei Trauer und Schmerz im Klimakontext an das was man im Englischen als Eco-Grief bezeichnen würde.
00:03:37: Also zu Deutsch ökologische Trauer oder auch Umwelttrauer.
00:03:42: Das beschreibt erstmal den Gefühlszustand von Menschen die einen Verlust erleben Im Hinblick auf das Aussterben von bedrohten Tierarten oder Pflanzenarten Oder auch die Zerstörung von Ökosystemen bzw Landschaften oder auch ein Verlust der damit verbundenen kulturellen Geflogenheiten und Lebensweisen.
00:04:01: Da muss ich direkt an ein Beispiel denken, dass wir auch in der damaligen Emotionsfolge bei uns im Podcast angesprochen hatten.
00:04:09: Nämlich dieses Beispiel Roskastanie, das ist mir so hängen geblieben.
00:04:13: Denn die wird durch den Klimawandel extrem bedroht meines Wissens, weil sie mit diesen hohen Temperaturen nicht gut zurecht kommt und sich dann auch Krankheiten schneller ausbreiten können.
00:04:23: In manchen Städten, soweit sich sterben schon die letzten Bäume, die letzten Kastanien ... Boah, das macht mich echt immer sehr traurig.
00:04:32: Weil das so meine Kindheitserinnerungen geprägt, wo wir als Kindern immer mit diesen Kastanien gespielt haben, die gesammelt haben, gebastelt und so weiter.
00:04:41: Irgendwie auch typische Kindergartenaktivität?
00:04:43: Ja total!
00:04:45: Damit ist es auch ein richtig treffendes Beispiel.
00:04:47: Es ist quasi ein Verlust einer Spezies, zu der wir einen persönlichen Bezug haben und an der vielleicht auch kulturelle Aspekte dranhängen.
00:04:55: Und das kann Trauer auslösen ähnlich wie beim Verluste einer bestimmten Person in unserem Umfeld.
00:05:01: Um noch mal bei der Kastanie zu bleiben ... Die ist ja aktuell zum Glück nicht ausgestorben.
00:05:08: Aber da wird man trotzdem von ökologischer Trauer sprechen?
00:05:11: Ja, genau.
00:05:12: Dieses Gefühl von Trauer und Schmerz kann in beiden Fällen auftreten entweder bei einem tatsächlich erfahrenen Verlust oder bei einem antizipierten Verluste also wenn das Aussterben einer Art oder die Umweltzerstörung gerade akut droht.
00:05:26: Und an der Stelle ist dann auch die größte Schnittmenge zur sogenannten Solastalgie.
00:05:31: kannst du mit dem Begriff was anfangen.
00:05:33: Ein bisschen ist mir jetzt ja schon häufiger entgegengekommen und ich weiß, dass es so ein zusammengesetztes Wort ist oder steckt ja auf jeden Fall Nostalgie irgendwo drin?
00:05:42: Genau
00:05:43: geht genau in die richtige Richtung.
00:05:44: nur ein bisschen nachschärfen müssen wir dabei noch.
00:05:48: Es gibt nämlich erst mal auch die sogenannte Eco-Nostalgia Ökologische Nostalgie.
00:05:53: Die bezeichnet eine Trauer über konkrete Veränderungen in der natürlichen Umgebung, während man weg war und dann die damit verbundene Sehnsucht nach dem vorherigen Zustand?
00:06:03: Also so ein bisschen wie das Beispiel was ich ganz am Anfang genannt hatte, wenn ich zu meinem Heimatort zurückkehre und dann weiß ich nicht den alten Baum in meiner früheren Straße, der mir fehlt...
00:06:14: Genau das!
00:06:15: Oder noch anderes Beispiel, wenn man nach Jahren nochmal an denselben Urlaubsort in den Bergen zurückkehrt Gletscher total sichtbar geschrumpft ist.
00:06:24: Dann denkt man daran, dass man früher einen langen Marsch durch den Gletschern gemacht hat und jetzt ist es nicht mehr so und wäre auch gar nicht mehr möglich.
00:06:33: Es ist quasi ein konkreter Fall in meiner Umwelt der sich stark von früher unterscheidet.
00:06:37: Da sprechen wir dann von ökologischer Nostalgie.
00:06:40: Und was ist denn jetzt Solastalgie?
00:06:43: Bei der Solar-Stalgie geht's mehr um den Prozess.
00:06:47: Man muss den Ort gar nicht verlassen, sondern man erlebt die Veränderung quasi live mit.
00:06:52: Der Begriff geht zurück auf den australischen Philosophengelenn Albrecht und setzt sich zusammen aus dem englischen Solace, also Trostaufmunterung und eben die Nostalgie.
00:07:02: Also de facto heißt es dann ich habe Sehnsucht nach dem was mich in meiner Umgebung früher immer ... aufgemuntert oder getröstet hat.
00:07:10: Also quasi, wenn ich das jetzt noch mal in so einem Beispiel aufhänge ... Wenn ich immer im Heimatort geblieben wäre und dabei sozusagen live zusehen müsste wie der alte Baum, auf den ich als Kind geklettert bin langsam verfällt durch die zunehmende Trockenheit?
00:07:25: Genau richtig!
00:07:27: Also wenn eine Veränderung stattfindet in der Umwelt, in der ich lebe und mich das miterlebe dann kann es sein dass ich Solastalgie spüre Und ich bin dann vielleicht gar nicht so sehr traurig über das, was sich schon verloren habe wie bei der ökologischen Trauer.
00:07:41: Sondern darüber, was ich gerade jetzt verliere.
00:07:45: Das Schwierige dabei ist dass Veränderungen in der Umwelt ja meist schleichend vor sich gehen und ich erst im Verlauf überhaupt eine Veränderung bemerke.
00:07:52: Also wenn ich dieses Gletscher beispiele, das fand ich jetzt sehr eindrücklich aufgreife.
00:07:57: Der für UrlauberInnen ins Auge springende Unterschied so zwischen Jetzt und vor was nicht?
00:08:03: Zehn Jahren der löst vielleicht dieses Erstaunen und Schmerz und diese Sehnsucht nach früher aus und die würden wir dann ökologische Nostalgie nennen, wie du gesagt hast.
00:08:15: Aber die Menschen, die vielleicht vor Ort in den Bergen leben, bekommen das sowieso mit, wie sich der Gletscher im Jahresverlauf verändert.
00:08:22: und sie spüren es auch an diesem schleichenden Prozess, wie immer mehr Tauwasser entsteht und der Glettscher im Winter nicht mehr zur alten Größe zurückfindet.
00:08:31: Während dieses schleichende Prozesses erleben die Menschen vor Ort emotional also eben ... So lastalgie vielleicht.
00:08:39: Genau so ist es!
00:08:40: Dieser Philosoph Glenn Albrecht hat das auch mit dem anhaltenden Leid von Menschen verglichen, die mit einer schwerkranken Person zusammenleben.
00:08:48: Also ... Da gibt es auch Höhen und Tiefen, aber es ist halt schon ein permanent voranschreitender Verlust.
00:08:56: Vielleicht empfinden die Angehörigen auf der einen Seite Sehnsucht nach den guten alten Zeiten wenn's dann doch mal kurze Momente gibt wo man Gesundheit- und Lebensfreude spürt.
00:09:05: Aber auf der anderen Seite spüren sie vielleicht auch starke Betrübnis darüber dass die Person immer mehr abbaut.
00:09:12: Okay, das klingt für mich auf jeden Fall viel schichtiger als ursprünglich gedacht.
00:09:16: Und auch so ein bisschen so, als ging es nicht nur um jetzt Empfinden von Trauer sondern dass da verschiedene Emotionen dazugehören.
00:09:24: Da würde ich gerne noch ein bisschen tiefer einsteigen und ich überlege auch gerade ob das nicht ein guter Zeitpunkt ist in unsere O-Töne rein zu hören die wir im Vorfeld gesammelt hatten.
00:09:35: Ja!
00:09:35: Das finde ich eine gute Idee.
00:09:36: Sehr gut, denn wir hatten verschiedene Menschen in unserem Umfeld gefragt welche klimabedingten schleichenden Veränderungen sie in ihrer Umgebung wahrnehmen und was das eben auch bei ihnen auslöst.
00:09:49: Dann lasst uns doch gerne da mal rein hören!
00:09:53: Als Kind war ich immer extrem fasziniert von dem Lichtspiel der Glühwärmchen
00:09:58: auf den Feldern,
00:09:59: so um die Sonnenwendfeier
00:10:01: das angefangen
00:10:02: und dann den ganzen Sommer über
00:10:04: gab es dieses Leuchtspektakel.
00:10:07: Wenn ich jetzt zu meinen Eltern nach Hause fahre habe
00:10:09: ich seit Jahren keine Glühwempchen mehr gesehen.
00:10:16: Nachdenklich und traurig.
00:10:18: Auch melancholisch, wenn man jetzt auf der Terrasse sitzt und
00:10:20: so in die Dunkelheit
00:10:21: den Nachtraus schaut, irgendwie vermisse ich die kleinen
00:10:26: Lichtpunkte, die durch die Nacht tanzen.
00:10:30: Mir fällt vor allem auf wie sich die Jahreszeiten verändern und mich irritiert und beängstigt.
00:10:36: schon zu sehen, wie Bäume früher blühen weil sie eben ja in eine Wärmeperiode kommen aber trotzdem wieder eine starke Kälteperiode kommt fühlt sich schon nach einer größeren Veränderung an und das finde ich beängstigend, weil es tatsächlich Auswirkungen darauf hat wie die bei uns existierenden Pflanzenbäume.
00:10:57: Die Natur einfach plötzlich wirklich in den Klimastress gerät.
00:11:04: Ja, ich erinnere mich an meine Kindheit in den achtziger Jahren Da habe ich den Sommer wirklich geliebt.
00:11:11: Ich war ständig draußen, mir hat die Wärme oder die Hitze nicht viel ausgemacht.
00:11:16: Die Hitze war oft eine trockene Hitze jetzt in den letzten Jahren zunehmend also sicher auch hier im Stuttgarter Kessel.
00:11:25: durch die Lage kann ich die Hitzen oft nicht mehr gut aushalten.
00:11:30: es ist ne feuchte tropische Hitze fast schon ja und ich krieg dann einfach Angst weil Vorstelle in welcher Welt meine Kinder mal leben werden.
00:11:42: Ich lebe halt auch im ehemaligen Bauernhof, wir haben einen relativ großen Garten.
00:11:45: Muss ich die letzten Sommer vermehrt gießen?
00:11:48: Das gute ist tatsächlich dass wir zwei Brunnen bei uns auf
00:11:51: dem Grundstück haben aber durch
00:11:54: die trockenen Sommer ist der eine die letzten zwei Jahre im Sommer immer leer gelaufen weil das Grundwasser so tief gesunken ist und wir mussten dadurch auch paar Tannen bei uns wegnehmen so schief standen
00:12:08: aufgrund
00:12:09: dessen, dass der Boden so trocken
00:12:11: war.
00:12:11: Und das ist so ein bisschen erschreckend, das alles zu sehen, hilflos dabei zu sein.
00:12:17: aber trotzdem versucht man ja einen kleinen Schritt den Natur zu helfen d.h.
00:12:22: mit trockenen resistenten Stauden.
00:12:27: Gerade mache ich mal wieder einen Spazegang durch den Wald auf dem Berg hinter unserem Haus hier im bergischen Land und blicke immer noch auf große Abschnitte mit toten Fichten, die vom Borkenkäfer zerfressen wurden und noch nicht als Totholz am Wegesrand gestapelt wurden.
00:12:43: Und ich schieb den Kinderwagen hier so durch über sehr breite Wege, die einfach von Landmaschinen so breit gemacht wurden, verschottert wurden damit sie hier besser reinkommen können um die toten Bäume rauszuziehen.
00:12:57: Ich frag mich dabei schon ein bisschen wenn ich den Kinderwagen rüber schiebe was meine Kinder eigentlich später von diesem Wald wahrnehmen werden, denn man kann sich eben vorstellen wenn man hier lang läuft wie lange es dauern wird bis diese Flächen die
00:13:11: hier gerodet
00:13:11: wurden oder die immer noch mit Totholz bestanden sind.
00:13:15: Wie lange das dauert um das wieder zu einem wirklich schönen Wald werden zu lassen indem man gerne spielt.
00:13:23: Ja da steckt ja ganz schön viel drin muss ich sagen.
00:13:26: also bei mir sind jetzt vor allem Wir haben diese Beispiele sehr hängen geblieben mit den Glühwürmchen, mit dem Garten.
00:13:34: Mit den Waldwegen die sich verändert haben auch wenn es ja teilweise so Emotionen waren, die direkt durch Betroffenheit, durch den Klimawandel, durch die Klimakrise irgendwie... Auch mitschwangen war da aber viel was ich auf die Umwelt in der unmittelbaren Umgebung bezog oder?
00:13:51: Was ist bei dir so hängengeblieben?
00:13:53: Ja, total.
00:13:54: Also ich würde auch sagen da waren ganz viele Gefühle mit drin die auch total nachvollziehbar sind.
00:13:58: Sei es jetzt irgendwie Angst und Hilflosigkeit aber eben auch ganz viel Melancholie und Sehnsucht und irgendwie so einen Wechsel aus... vermissen, wie es früher war und Sorge haben, wie's in der Zukunft weitergeht.
00:14:13: Total!
00:14:13: Es waren ja auch ganz viele Erinnerungen die dann geteilt wurden und diese Aufkamen ohne dass wir da explizit nach gefragt haben.
00:14:20: also das passt ja auch sehr zu diesem Prozess der Veränderung und der Sehnsucht nach früher, die wir angesprochen haben.
00:14:27: Und das passt auch ganz gut zu dem, was ich in der Literatur gefunden habe.
00:14:31: Weil wenn man so zur Solastalgie liest, dann findet man auch manchmal die Umschreibung Homesickness at Home, die ich ganz schön untreffend finde.
00:14:41: Weil auch Heimweh ja ganz viele Facetten haben kann und bei Solastalgie ist es quasi auch so als würde ich Heimwehr haben während ich Zuhause bin.
00:14:50: Mhm, damit machst du echt noch ein ... weiteren Punkt auf, weil im Vergleich zur ökologischen Trauer und jetzt auch vielleicht zu anderen klassischen Klimaemotionen scheint mir die Solastalgie einen starken Bezug zu einem konkreten Ohr zu haben.
00:15:06: Heißt das also wenn ich dieses Heimweh-Beschreibung aufgreife?
00:15:11: Ich muss erst mal so ein Gefühl von Heimat haben damit ich Solastargie spüren kann.
00:15:17: Vielleicht nicht unbedingt Heimat als solches, aber ich würde schon sagen es geht vor allem um Orte mit denen man sich verbunden fühlt oder stark identifiziert.
00:15:26: Und das ist natürlich bei unserer Heimat auf der Fall und dem aktuellen Wohnort.
00:15:33: Glenn Albrecht hat sich ursprünglich auf die indigene Bevölkerung in Australien bezogen und da ging es ganz viel um Identität- und Ortsverbundenheit.
00:15:42: Da hat er so die Beobachtung gemacht, durch den massiven Abbau von Kohle in Australiens mussten indigenne Menschen die Zerstörung der lokalen Umwelt miterleben – damit natürlich auch ihre Heimat!
00:15:53: Und auch die zu nehmende Veränderungen vom Klima war und ist für sie spürbar.
00:15:58: Das kann sich dann anfühlen wie... eine Attacke auf das Zugehörigkeitsgefühl, wenn der Ort dafür so wichtig ist.
00:16:05: Also wir vermissen den Ort, der uns zu dem macht was wir sind Und je stärker wir global vernetzt sind und mitbekommen, was in der Welt passiert, desto größer und weiter kann dieser Ort aber natürlich auch ausfallen.
00:16:17: Bei dem wir Umweltveränderungen beobachten die dann wiederum bei uns Solastagie auslösen können.
00:16:23: Das erinnert mich ein bisschen an dieses Konzept diese Idee der globalen Identität.
00:16:27: das habe ich mal gelesen.
00:16:29: also einige Personen die sehen sich quasi als Teil einer weltweiten Gemeinschaft der Menschen oder identifizieren sich mit der Menschheit an sich.
00:16:41: Und meines Wissens liegt ihnen dadurch das Wohl der Menschen auf der ganzen Welt am Herzen und dass ist natürlich auch ein starker Motivator für Klimaschutz- und Klimaengagement.
00:16:53: Ich
00:16:53: würde auch sagen, diese ganze Idee der globalen Identität passt da sehr gut dazu weil durch digitale Kommunikation und globale Berichterstattung es ist natürlich inzwischen möglich Leider Umweltzerstörung und Veränderungen auf der ganzen Welt mitzuerleben.
00:17:08: Und teilweise auch auf sehr persönlicher, intimer Ebene mit zu erleben.
00:17:12: Die stärker ich mich dann mit der weltweiten Gemeinschaft verbunden fühle.
00:17:16: Das du eher fühl ich mich vermutlich auch mit der Erde als mein Zuhause verbunden.
00:17:21: Ah ja!
00:17:22: Und dementsprechend erlebe ich dann auch Solastalgie- und ökologische Trauer in Bezug auf globale Klimaveränderungen oder bei Umweltkatastrophen an anderen Orten auf der Welt.
00:17:33: Wir können festhalten, Solastagie hat so eine räumliche Komponente in Bezug auf Orte die uns am Herzen liegen oder die wir als Teil von uns selbst wahrnehmen.
00:17:44: Du hast aber bei Solastagi und auch der ökologischen Nostalgie auch davon gesprochen dass wir uns nach diesen guten alten Zeiten in diesem Ort zurücksehen.
00:17:55: das klingt für mich ein bisschen als spielten auch jetzt zeitliche Aspekte da eine Rolle.
00:18:00: Ja, und das ist ja auch das was wir bei den Tönen vorhin rausgehört haben.
00:18:04: Wir könnten vielleicht sagen, wir vermissen so ein bisschen die alte Lebensrealität also eine Realität in der Vergangenheit in der wir ohne Sorge um die Zukunft gelebt haben oder mit deutlich weniger Sorgen wie es mit der Welt weitergehen könnte.
00:18:18: So einer Realität von der wir gedacht haben dass sie immer weiter geht und immer mehr Frotschritt bietet, die dann irgendwann verloren gegangen ist.
00:18:26: Historisch gesehen war das ja auch für viele Menschen so, dass über Generationen hinweg die Menschen erst mal bessere Lebensbedingungen und auch eine höhere Lebenserwartung als die Menschen in den Generationen davor hatten.
00:18:40: Boah!
00:18:41: Und das finde ich dann schon ganz schön deep wenn man sich jetzt bewusst macht, dass das für zukünftige Generationen nicht mehr unbedingt der Fall ist
00:18:49: Und da kommt dann vielleicht auch so ein Überwältigungsgefühl, was man gut mit der Solastagie zusammenreden kann.
00:18:55: Ja total!
00:18:56: Also Solastagi beschreibt so ein bisschen auch Wehmut mit Blick auf die Zukunft, was wir vorhin bei den Erlebnisberichten gehört haben und dann wissen wir ... Wir können nicht mehr in so einer Sorglosigkeit weiterleben wie es mal war.
00:19:09: das hat natürlich immer etwas Kulturelles.
00:19:12: also wir können unsere Gewohnheiten und Traditionen, die wir kennen, nicht mehr leben Vor allem nicht ohne sie zu hinterfragen.
00:19:18: Also sowas wie der Braten an Weihnachten, Feuerwerk am Silvester oder Familienurlaub in Griechenland ist dann zumindest nicht mehr so unbeschwert möglich.
00:19:28: Oder im Kleinen das Kastanien sammeln mit den Kindern?
00:19:33: Ich wollte an der Stelle kurz darauf hinweisen, dass wir in Folge vierzig unseres Podcasts auch über das Thema Zukunft und eben genau diese zeitliche Dimensionen im Klimahandel gesprochen haben.
00:19:43: Also da könnt ihr liebe Hörenden gerne auch nochmal reinhören.
00:19:47: mit Blick auf unser Thema hier Verluste in der Umwelt hätte ich so ein bisschen das Bedürfnis ein kurzes Zwischenfahrt mal zu ziehen nachdem wir jetzt die Begrifflichkeiten eingestiegen sind.
00:19:57: also wir spüren ökologische Trauer, wenn es um akute Verluste in der Umwelt geht.
00:20:03: So ja als würden wir einen Menschen betrauern Und wir spüren Solastalgie, also so ein ganzes Spektrum an Gefühlen der Sehnsucht, der Trauer, der Sorge, Frustration und Bedauern.
00:20:15: Wenn wir an einem für uns sehr bedeutsamem Ort so schleichende Umweltveränderungen wahrnehmen und uns dann auch nach den sorglosen Zeiten sehen, dies in Zukunft an diesem Ort vermutlich nicht mehr geben
00:20:28: wird.".
00:20:29: Passt das so?
00:20:30: Magst du noch was ergänzen?
00:20:31: oder was sagst du zum Zwischenfahrt-Sitz.
00:20:33: Ja, super zusammengefasst sehr gut!
00:20:35: Vielleicht nur noch ein ganz kleiner Hinweis, dass es in der Forschung natürlich auch Skalen gibt um das Erleben von ökologischer Trauer und von Solastalgie zu messen.
00:20:46: Die können wir gerne in den Folgennotizen verlinken.
00:20:48: vielleicht ist das ja auch für manche Hörerinnen interessant.
00:20:51: Ja total, das wahrscheinlich auch an sehr junges Forschungsfeld was da gerade noch am Entstehen ist.
00:20:58: Ja, ich würde sagen wir haben auf jeden Fall viel an die Hand bekommen um unsere Emotionen jetzt im Zusammenhang mit Umweltveränderungen auch beschreiben zu können.
00:21:06: Aber wir sind ja ein positiv konstruktiver Podcast und darum fände ich es noch schönzuhören wie können wir denn jetzt gut damit umgehen wenn uns diese Gefühle vielleicht mal belasten?
00:21:18: Ja, das finde ich auch ganz wichtig.
00:21:21: Nicht nur aber auch in meiner Rolle als Psychotherapeutin weil mir da immer ganz wichtig ist zu betonen dass all diese Gefühle natürlich und gesund sind.
00:21:30: Weil angesichts dieser massiven ökologischen Krisen, in denen wir uns aktuell befinden ist es total verständlich und auch angemessen dass uns Umweltveränderungen traurig machen das wir davon überfordert sind und dass wir uns nach sorgloseren Zeiten sehen.
00:21:44: also da steckt auch erst mal was was gutes was sinnvolles drin.
00:21:47: so wie vielleicht auch bei einem Verlust eines Menschen signalisiert uns daher die Trauer sowas wie okay.
00:21:54: dieser Mensch war uns wichtig dass es am Herzen liegt.
00:21:59: Das ist vermutlich bei der Solastalgie ähnlich.
00:22:02: unter ökologischen Trauer?
00:22:03: Ja!
00:22:04: Absolut.
00:22:04: Es lässt sich auch zeigen, dass das Auftreten von Gefühlen wie ökologische Trauer und Solastalgie von den individuellen Werden und dem persönlichen Bezug zur Umwelt abhängt.
00:22:14: also genau das was ist mir denn wichtig?
00:22:16: Was liegt mehr am Herzen?
00:22:19: Solastalgie zum Beispiel wurde ja erstmals im Zusammenhang mit der Umweltzerstörung durch den australischen Kohlebergbau untersucht Und da ließ ich z.B.
00:22:27: nachweisen, dass Solastagie am stärksten in ländlichen Communities auftrat bei indigenen Menschen, die ganz starken kulturellen und spirituellen Bezug zur Landschaft
00:22:38: haben.
00:22:38: Ja das macht total Sinn.
00:22:39: also je wichtiger mir die Umwelt ist, je verbundener ich mich mit der Natur fühle, desto eher treffen mich natürlich auch Umweltveränderungen und so die Zerstörung meiner Umgebung.
00:22:50: Und auch hier wieder kurz psychotherapeutinnen Talk.
00:22:53: Alle Emotionen, die wir empfinden erfüllen ja grundsätzlich erst mal eine Funktion, wollen uns eigentlich erstmal was sagen und nicht uns etwas Böses tun.
00:23:02: Die haben eher so die Rolle uns vielleicht über uns selber was zu sagen, uns auf was hinzuweisen, was uns wichtig ist unsere Bedürfnisse aufzuzeigen und damit das Handeln in ne bestimmte Richtung zu lenken.
00:23:12: Und wenn ich eine Sache nachtrauere und mich nach was sehne, dann bewegt mich das Potenzial dazu, mich in Zukunft diesen Dingen stärker zu widmen.
00:23:22: So ist es auch bei der Solastalgie.
00:23:24: da lässt sich zeigen dass das erleben solcher Gefühle uns eben auch ansporen kann ums ins zukunft mehr für Umweltschutz einzusetzen.
00:23:32: Das klingt ja so als könnte man auch sagen ach ist doch eigentlich alles super.
00:23:37: wir Menschen wir nehmen Umwelt Veränderungen wahr sind durch den Verlust traurig verärgert und letztlich engagieren wir uns dann aber alle für Umwelt- und Klimaschutz.
00:23:47: Das wäre doch gar nicht schlecht, oder?
00:23:49: Das wär schön wenn es zwar einfach wäre.
00:23:51: genau, ganz so ist das natürlich nicht!
00:23:54: Dieses ganz intensive Erleben von Umweltveränderungen und Zerstörung in der unmittelbaren Umgebung steht natürlich auch oft im Zusammenhang mit negativen Auswirkungen sei's... Jetzt hier auf die Lebensbedingungen, wie es mir geht.
00:24:07: Wie ich überhaupt in meinem Leben und diesen Veränderungen umgehen kann.
00:24:12: Studien zeigen das für manche Menschen dieses starker Leben von Solastagie mit einem erhöhten Risiko einhergeht für Substanzmissbrauch mit einer verminderten Qualität zwischen menschlicher Beziehung.
00:24:24: bei diesen australischen Communities, die ich jetzt schon öfter erwähnt hab.
00:24:27: Konnte man außerdem sehen dass Solastagie teilweise zumindest ein hergegen mit gesundheitlichen Problemen reduzierten mentalen Wohlbefinden und auch schlechterem sozialen Zusammenhalt.
00:24:39: Puh okay also doch auch negative Punkte ökologische Trauer in Solastagi das scheint auch gewisse Risiken zu bergen.
00:24:47: du hast aber gesagt Das ist alles ganz natürlich und gesund.
00:24:51: wie passt das zusammen?
00:24:53: Ja, ich würde sagen wie häufig in einem bestimmten Maß.
00:24:56: Das ist gut!
00:24:58: Aber wir Menschen reagieren natürlich nicht alle gleich auf Umweltzerstörung.
00:25:03: wenn diese jetzt im Grunde erstmal nachvollziehbaren und vielleicht auch angemessenen anfänglichen Gefühle von Traurigkeit und Schmerz dann überhand nehmen also wenn sie bei einen längeren Zeitraum wiederholt auftreten Wenn dann vor allem auch noch Gefühlen dazukommen von Hilflosigkeit Niedergeschlagenheit Freutlosigkeit Dann kann das schnell zu dieser Überforderung führen, die wir vorhin schon öfter gehört haben.
00:25:27: Man könnte auch sagen vielleicht auch zu einer psychischen Betäubung und dann würden wir schon eher von einer Eco-Depression sprechen also eine Art Umweltdepression.
00:25:37: Okay, das heißt dann sind wir quasi nicht mehr in diesem gesunden Rahmen.
00:25:41: Sondern eben schon in der psychischen Belastung oder in der Psychotherapie sagt man glaube ich im pathologischen Bereich?
00:25:48: Genau richtig!
00:25:50: Weil das dann der Punkt ist wo ein Leidensdruck da ist und der geht natürlich nicht mehr mit der Motivation einher sich für die Umwelt zu engagieren sondern würde im Gegenteil eher zur Passivität und Rückzug
00:26:01: führen.
00:26:02: Okay, also auch hier nochmal zusammengefasst ökologische Trauer und Solastagie zu empfinden.
00:26:06: Das ist erstmal normal und angemessen kann aber unter Umständen eben auch Risiken bergen im schlimmsten Fall sogar zur psychischen Beeinträchtigung führen was wir dann eher schon als Eco Depression bezeichnen würden.
00:26:20: Und jetzt frage ich mich trotzdem wie können wir denn das diesen pathologischen belastenden Zustand verhindern oder was sollten wir tun, wenn wir selbst so einen ökologischen Verlust an einem uns wichtigen Ort selber erleben?
00:26:36: Da gibt es verschiedene Ansätze.
00:26:38: Ich reiß mal ein paar so'n bisschen an.
00:26:40: Ja gerne!
00:26:41: Zum Einen kann's wie immer helfen nicht allein mit den Emotionen zu bleiben sondern sich auch Trost und Unterstützung zu suchen.
00:26:48: das ist Das wissen oft viele Leute nicht eigentlich eine Grundfunktion von Traurigkeit, es zu signalisieren.
00:26:54: Ich brauche jetzt gerade Trost voraus und das ist hier genauso.
00:26:58: Das ist gar nicht anders also dass ich mir Unterstützung im persönlichen Umfeld suche insbesondere bei Menschen die Ähnliches erleben oder auch erlebt haben weil diese geteilten Erfahrungen helfen können sich in den eigenen Gefühlen verstanden und auch gefestigt zu fühlen.
00:27:13: Und dann kann uns natürlich so ein Gefühl von Gemeinschaft auch auffangen wenn wir mal unsere Bindung an einen Ort zu verlieren drohen, weil dann vielleicht zumindest die Bindung zur Community das so ein bisschen kompensiert.
00:27:23: Okay also nicht alleine bleiben gemeinsam?
00:27:26: Ja genau dass gemeinsam durchstehen und das wäre auch der zweite Ansatz.
00:27:31: es kann nämlich auch helfen Aktivitäten auszuüben die einen Gefühl der Verbundenheit mit der Natur wiederum fördern Also Zeit im Freien verbringen Umweltbildungsangebote nutzen bei ganz praktischen Umweltschutzprojekten Mitmachen.
00:27:46: So ein bisschen wie es bei der Trauer um eine Person auch helfen kann, sich... alte Bilder anzusehen und sich an die schönen gemeinsamen Zeiten zu erinnern.
00:27:54: Kann es auch bei der ökologischen Trauer helfen, eine ganz aktive Beziehung zur natürlichen Umgebung zu praktizieren?
00:28:00: Ja, finde ich sehr spannend!
00:28:01: Also dieser Vergleich funktioniert ja an mehreren Stellen interessant.
00:28:06: Und mir fällt gerade ein vielleicht lohnt es sich auch da in der Stelle noch in einer der vorherigen Folgen unseres Podcasts mal reinzuhören.
00:28:12: In Folge thirty-three haben wir nämlich uns mit der Ökopsychologie beschäftigt ganz viel um diese Beziehung zwischen Mensch und Natur.
00:28:22: Ich glaube, das knüpft da auch ganz gut an!
00:28:24: Ja super!
00:28:26: Hilfreich sind natürlich alle Aktivitäten die uns ein Gefühl von Kontrolle geben und da kann Aktivismus und Engagement total helfen wenn wir uns im Umwelt- und Klimaschutz einsetzen insbesondere dann wenn wir auch hier wieder gemeinsam mit anderen ... aktiv sind.
00:28:41: Und das ist ja was, was wir schon häufig in diesem Podcast gehört haben... ... dass es helfen kann genau wenn wir uns wirksam und als eine einer von vielen fühlen,... ...dass wir dann wieder einen Sinn finden um trotz Umweltveränderungen... ...uns vor dieser Eco Depression zu
00:28:56: schützen.".
00:28:56: Okay, und das.
00:28:58: Und dass vielleicht auch dazu gesagt sollte aber natürlich auch wiederum nur auf nachhaltige und auch so selbstfür sorgliche Weise erfolgen also immer auch auf das persönliche Wohlbefinden und körperliche Gesundheit achten Erholungspausen einplanen Genau dieses Thema wir wollen ja nicht aus Sorge um Eco Depression letztlich im Activism Burnout landen Also irgendwie ausgebrannt sein durch unseren Aktivismus und das sage ich nicht ohne Grund Genau diesem Thema, dem Activism Burnout.
00:29:28: Dem widmen wir auch noch eine ganze Folge die gerade in der Vorbereitung ist.
00:29:33: Nathalie gibt's dann noch weitere Ansätze?
00:29:36: Ich
00:29:36: konnte jetzt noch ganz viele nennen.
00:29:38: Unter anderem gibt es aus dem psychotherapeutischen Bereich auch noch ... Dinge, die wir nutzen können in Bezug auf ökologische Trauer und Solastalgie.
00:29:47: Wie wir gesund mit diesen Emotionen umgehen können.
00:29:50: zum Beispiel der Ansatz der Umbewertung.
00:29:53: also dass wir bewusst den Fokus auf das legen was jetzt in meiner Umgebung noch zu retten ist statt auf das was schon alles verloren gegangen ist weil wir so ein bisschen ja der Hilflosigkeit entgegenwirken können.
00:30:06: Ich gehe davon aus, es soll nicht heißen.
00:30:08: Dass wir den Verlust in unserer Umwelt komplett ignorieren und den Schmerz wegdringen.
00:30:13: Das klingt nach einer schlechten Idee?
00:30:15: Ja,
00:30:15: absolut!
00:30:16: Da geht's mir auch nicht um zwanghaftes Positive-Thinking oder so was ... sondern eher eine Kombination aus Fokus finden, was ich produktives machen kann und trotzdem meine Gefühle anerkennen.
00:30:27: Deswegen gibt's da auch den Ansatz der sogenannten Compassionate acceptance also mitfühlende Akzeptanz.
00:30:34: Wir sollten nämlich Gleichzeitig, egal wie aktiv wir werden wollen immer versuchen uns zu verinnerlichen dass wir den Schmerz auch spüren dürfen und den auch gar nicht ignorieren.
00:30:44: müssen, damit wir uns so ein bisschen unsere eigenen Grenzen und der Grenzen unserer Umweltbewusst sind.
00:30:49: Die akzeptieren und die auch zu einem Teil von unserem täglichen Leben machen.
00:30:54: Okay vielen Dank dir dass du uns auch wenn es jetzt noch viele weitere gäbe aber mal einen Überblick verschafft hast.
00:31:00: ich versuche es dann auch nochmal hier zusammenzufassen also damit ökologische Trauer an Solastagie nicht überhand nehmen und damit kritisch werden können wir uns mit anderen Menschen darüber austauschen bewusst in den Kontakt treten mit der Natur und unserer Umwelt, uns gemeinsam mit anderen für Klima- und Umwelt engagieren.
00:31:20: Und uns beide bewusst werden dem was wir tun können aber auch dem was Wir leider nicht ändern können.
00:31:28: Okay, jetzt haben wir uns durch viele Begrifflichkeiten heute durchgearbeitet.
00:31:33: Auch viele englische Bezeichnungen ist mir gerade irgendwie aufgefallen.
00:31:36: Aber ich hoffe, wir hatten auch so ein paar Handlungsansätze wie wir dem Thema auch begegnen können.
00:31:42: Wir haben ja in jeder Folge aber zum Abschluss noch immer einen ganz konkreten Impuls an die Höhrenden.
00:31:47: Hast du da was im Köcher?
00:31:49: Ja also ... Ich würde mich natürlich... Mir und uns allen wünschen, dass die Umwelt an den Orten, die uns wichtig sind möglichst gut.
00:31:57: Und lange Stand hält gegenüber den klimatischen Veränderungen und den menschlichen Eingriffen.
00:32:02: Oh ja...
00:32:03: Genau!
00:32:05: Ich möchte trotzdem unsere Hörerinnen dazu einladen trotz dieser Hoffnung, die auch weiter da sein darf immer offen und achtsam zu bleiben für eure Umgebung.
00:32:15: Also so ein bisschen die Augen und Ohren zu spitzen, was sich in der Natur an eurem Wohnort oder euerm liebsten Ausflugsziel so schleichend verändert und vor allem auch darauf zu achten, was das in euch auslöst also dass ihr mal so ein bißchen in euch rein spürt zumindest wenn ihr gerade die Kapazitäten dafür habt selbst wenn sich das am ersten moment wahrscheinlich unangenehm und schmerzvoll anfühlt, dass man mal so ein bisschen versucht zu ergründen was diese Gefühle für euch bedeuten.
00:32:43: Was sie über euch aussagen und was das vielleicht auch mit euren Werten zu tun hat.
00:32:46: Und dann ganz wichtig ist nicht einfach nur mit sich alleine ausmachen sondern im besten Fall auch mit anderen Menschen im Umfeld teilen also beschreiben was ihr wahrgenommen habt wie es euch damit geht und dann könnt ihr euch gegenseitig stärken und euch mit diesem besonderen Ort in eurem Umgebung verbunden fühlen zusammen mit der anderen Person Und am Ende vielleicht sogar ein Ansatz finden, wie ihr euch für den Erhalt zusammensetzen könnt.
00:33:10: Ja das klingt nach einem runden Vorgehen damit umzugehen.
00:33:16: Danke dir Natalie!
00:33:17: Ich musste da jetzt direkt wieder an meinen Kastanienbeispiel denken und ja vielleicht starte ich im nächsten Herbst mal so eine Initiative hier in der Nachbarschaft um uns mit dem möglichen Verlust der Kastasienbäume vor Ort.
00:33:32: Ich hab direkt vorm Haus haben wir welche stehen Da tatsächlich mal mit auseinanderzusetzen aktiv und das eben gemeinsam angehen, wie du gesagt hast.
00:33:42: Einen letzten Verweis auf andere Folgen habe ich aber noch, weil Du gesagt hast, achtsam für die Umgebung zu sein, wollte ich noch darauf hinweisen auch dem Thema Achtsamkeit wollen wir eine eigene Folge widmen, die auch gerade schon in der Vorbereitung ist?
00:33:55: Ja da freue ich mich drauf!
00:33:57: Dann würde ich sagen, wir verabschieden uns für diese Folge.
00:34:01: Wir freuen uns wie immer natürlich wenn ihr unseren Podcast an andere Menschen weiter empfiehlt oder uns mit Sternen in eurem Podcast-Player bewertet.
00:34:11: das hilft uns immer sehr dabei gesehen zu werden und noch mehr Menschen zu erreichen.
00:34:15: Ihr findet die Psychologists auch auf Social Media.
00:34:18: vielleicht könnt ihr da auch auf den Podcast reagieren.
00:34:22: dann vielen Dank dir Natalie und ich würd' sagen tschüss
00:34:25: bis bald Nächsten Mal!
Neuer Kommentar