41. Klimakommunikation (Teil 4) – Wie können wir durch Gespräche Impulse für eine klimagerechte Wirtschaft setzen?

Shownotes

Die Firma dankt? Die Klimakrise geht zu einem wesentlichen Teil auf das Handeln von Unternehmen zurück. Diese sind meist selber wiederum stark von klimabedingten Veränderungen betroffen. In dieser Folge fragen wir uns, wie wir als klimabewegte Menschen auf Wirtschaftsvertreter*innen zugehen und mithilfe gezielter Gespräche zu einem Wandel in Unternehmen beitragen können. Anhand eines in Teamarbeit entwickelten Leitfadens geben wir praktische Empfehlungen, wie solche Gespräche gelingen können.

Wenn ihr wissen wollt, wer mitgewirkt hat: Armin, Céline, Constance, Tabita

Wenn ihr den Leitfaden ausprobieren wollt:

  • Nennewitz, C., Wittenborn, C., Fehrenbach, C., Behr-Wenning, G., Dollbaum, N. und Siebauer, B. (2024). Interviews als Impulse zur klimagerechten Wirtschaftstransformation: Ein Leitfaden. Psychologists/Psychotherapists for Future e.V. https://www.psy4f.org/ag-neustart-wirtschaft/

Wenn ihr weiterführenden Input haben möchtet:

Wenn ihr uns kontaktieren wollt oder uns Feedback geben möchtet: podcast@psychologistsforfuture.org

Wenn ihr wissen wollt, wer unsere Folgen-Bilder gestaltet: © Jai Wanigesinghe, https://www.jaiwanigesinghe.net/

Wenn ihr als Klima-Engagierte Unterstützung in Form eines Beratungsgesprächs sucht: beratung@psychologistsforfuture.org

Wenn ihr weitere Infos zu den Psychologists/Psychotherapists for Future sucht: Website Newsletter Instagram X/Twitter Facebook YouTube

Transkript anzeigen

00:00:13: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Klima im Kopf, dem Psychologist for Future Podcast.

00:00:20: In dem Podcast beschäftigen wir uns wie immer mit Themen rund um Psychologie- und Klimakrise.

00:00:26: Ich bin Armin, ich bin Psychologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter...

00:00:31: ...und ich bin Selin, Psychologin und in Weiterbildung subpsychologischem Psychotherapeuten!

00:00:36: Wir freuen uns, dass ihr heute wieder dabei seid!

00:00:38: Ja Selin, wir setzen heute unsere Reihe zur Klimakommunikation vor Ort.

00:00:43: Wir haben uns ja in vorherigen Folgen hier im Podcast schon damit beschäftigt wie wir im persönlichen Umfeld gute Klimagespräche führen können aber auch wie wir öffentlichkeitswirksam über die Klimakrise kommunizieren können und auch damit wie wir mit Kindern und Jugendlichen dieses schwierige Thema besprechen können.

00:01:04: Heute widmen wir uns einer Zielgruppe, die wir vielleicht nicht so direkt auf dem Schirm haben.

00:01:08: Wenn wir Klimakommunikation hören oder?

00:01:12: Ja also heute geht es um die Rolle der Wirtschaft und wie wir als klimabewegte Menschen auch Vertreterinnen von Unternehmen und Konzernen zugehen können und auch etwas bewirken können Sprung in ein neues Level sozusagen.

00:01:26: Nicht nur mit Menschen als Individuen übers Klima sprechen, sondern mit Personen als Wirtschaftsakteurinnen die eine Funktion in einer ganzen Organisation erfüllen.

00:01:36: Die

00:01:36: heutige Folge eignet sich darum vor allem für alle, die die Rolle von Unternehmen umtreibt und die sich fragen wie sie vielleicht ein bisschen dazu beitragen können dass ein nachhaltiger Wandel auch in der Wirtschaft stattfindet

00:01:51: Und vor allem auch für alle, die bereits gute Erfahrungen mit klimagesprechendem Freundeskreis und in der Familie gemacht haben.

00:01:57: Und die auch Lust haben das nun einmal in einem anderen Kontext auszuprobieren!

00:02:01: Ja, und als Psychologinnen fragen wir uns vor allem wie kann das gelingen?

00:02:06: Wie können wir wirksame Klimagespräche mit VertreterInnen aus der Wirtschaft führen.

00:02:11: Und genau mit dieser Frage haben sich einige unserer Psychologists for Future-Kolleginnen beschäftigt nämlich unsere sogenannte AG Neustartwirtschaft.

00:02:21: in der AG ist ein praktischer Gesprächsleitfaden entstanden Und über den hast du, Celine, dich mit einem der AG-Mitglieder ausführlich unterhalten.

00:02:32: Ja genau und das war echt total spannend.

00:02:34: in meinem Gespräch mit unserer Psychologist for Future-Kollegin Constanze hören wir später nochmal mehrmals rein!

00:02:41: Aber bevor wir das tun würde ich ganz gerne noch mal einen Schritt zurücktreten weil wir hier gefühlt ja echt zwei große Fässer öffnen Klimakrise und Wirtschaft.

00:02:52: Ja und beides sind so weitreiche und komplexe Felder, die gleichzeitig ja total eng miteinander in Verbindung stehen.

00:03:00: Denn wenn wir über das Klima reden müssen wir immer auch einen Blick auf die Wirtschaft werfen und da würde ich gerne nochmal ein bisschen tiefer Feuer einsteigen.

00:03:09: Ja, genau.

00:03:09: Danke Armin richtig!

00:03:10: Also auf der einen Seite trägt die Wirtschaft als Teil eines kapitalistischen Aufwachstum ausgerichteten Systems zu einem großen Teil zu den Treibhausgasemissionen bei und feuert dadurch ja auch die Klimakrise an.

00:03:23: Auf der anderen Seite verursacht die Klima-Krise jetzt schon verheerende wirtschaftliche Schäden.

00:03:28: sie bedroht unsere ökonomische Stabilität und erfordert in Zukunft drastische Veränderungen bei Unternehmen.

00:03:34: Also die Wirtschaft treibt die Klimakrise an, ist aber auch massiv von ihr selbst betroffen.

00:03:39: Ja

00:03:39: und auch wenn wir als PsychologInnen natürlich einen psychologischen Blick auf das Thema werfen wollen, lohnt es sich vielleicht als Verständnisgrundlage für uns alle glaube ich nochmal kurz einen genaueren Blick auf dieses... Wechselspiel zu werfen.

00:03:54: Ja, und das ist kein Geheimnis dass Wirtschaft Handel und Industrie die Klimakrise vorantreiben.

00:04:00: Wir denken da vermutlich als erstes an die fossile Energiewirtschaft also die Kohleindustrie Die Öl- und Gaskonzerne Und tatsächlich stellt die Energieerzeugung in Europa auch den Sektor dar der mit Abstand am meisten CO² Emissionen erzeugt.

00:04:14: Aber wir sollten noch andere Wirtschaftszweige nicht vernachlässigen zum Beispiel die Bauindustrie in der für die Produktion von Zement, Stahl und Glas viel Energie benötigt wird.

00:04:24: Oder auch die Landwirtschaft, Lebensmittelerzeugung, da muss ich grad dran denken.

00:04:27: Zum Beispiel in Viehbetrieben wird das extrem klimaschädliche Gas Methan viel imitiert.

00:04:34: Und natürlich bedroht allein die intensive Flächennutzungen, die Ökosysteme und auch die biologische Vielfalt.

00:04:41: Und viel zu oft wird ja auch nach wie vor Regenwald gerodet oder irgendwo Moa trocken gelegt um Flächen ... eigentlich wertvoll für unser Ökosystem sind, als landwirtschaftliche Flächen zu nutzen.

00:04:53: Ja absolut.

00:04:54: und darüber hinaus hatte und hat die zunehmende Globalisierung von Produktionsprozessen einen starken Einfluss auf die klimatischen Veränderungen.

00:05:03: also das liegt unter anderem daran dass die Lieferwege immer länger werden.

00:05:07: außerdem geraten viele kleine und mittelgroße Unternehmen in einer Abhängigkeit von multinationalen Konzernen die oft eine Monopolstellung haben.

00:05:17: Und das Problem ist, in diesen komplizierten Lieferketten sieht man kaum noch wo genau ökologische Schäden entstehen oder unter welchen prekären Bedingungen die Menschen arbeiten müssen und mussten.

00:05:28: Die an der Produktion beteiligt sind.

00:05:30: Gutes

00:05:30: Beispiel für Verflechtung von sozialen und ökologistischen Krisen und Schwierigkeiten.

00:05:37: Aber ja auch vor dem Hintergrund gibt es jetzt zum Glück gute Nachrichten mit Blick auf das Thema, wenn wir zum Beispiel so an den rasanten Ausbau von erneuerbaren Energien denken oder auch die ganzen Initiativen hier entstehen um wieder mehr auf die regionale Erzeugung zu setzen.

00:05:54: Und übrigens vielleicht auch gut zu wissen, so dass sich dessen bewusst zu sein.

00:05:58: Laut statistischem Bundesamt ist in Deutschland die CO-Zwei Emissionsintensität im Jahr zwanzigzwanzig gegenüber dem Jahr zwei Tausendzehn in allen Wirtschaftszweigen zusammengenommen gesunken und zwar um acht Komma vier Prozent.

00:06:13: immerhin wichtig

00:06:13: hierbei vielleicht noch zur Einordnung der EmissionsIntensität ist ja nicht das gleich wie absolute Emissionen.

00:06:19: Emissions Intensität gibt die Menge an Emission im Verhältnis zur wirtschaftlich Erzielten Leistung an fast bekanntlichem Bruttoinlandsprodukt oder an einzelnen produktierenden Waren, an sich gemessen wird.

00:06:32: Absolute Emissionen hingegen sind die gesamte Menge an Treibhausgasen, die freigesetzt werden.

00:06:37: Wir haben also in Deutschland zuletzt weniger Emission gebraucht um die gleiche Wirtschaftsleistungen zu vollbringen.

00:06:42: Wir müssen aber am Ende natürlich die absoluten Emission reduzieren.

00:06:45: Das passiert auch Aber eben nicht so schnell wie wir es bräuchten.

00:06:49: Wie ist nötig Werke?

00:06:50: Ja guter Punkt.

00:06:50: Danke für die Einordnung.

00:06:52: Okay, bevor wir uns hier zu sehr in wirtschaftswissenschaftlichen Details verlieren.

00:06:57: Bruttoinlandsprodukt und Emissionsintensität.

00:07:02: Halt mir vielleicht kurz fest es geht also schon an manchen Stellen auch in der Wirtschaft in die richtige klimafreundliche Richtung Und trotzdem schaden ja nach wie vor viele Unternehmen noch massiv unserem Klima.

00:07:18: Auf der anderen Seite wirkt die Beziehung eben auch anders herum, also das Klima, dass sich durch diese nicht-nachhaltigen Wirtschaftsweisen über Jahre stark verändert hat – das schadet der Wirtschaft selbst wiederum!

00:07:31: Genau, und diese Schäden können wir jetzt schon erkennen.

00:07:35: Und die Auswirkungen werden in Zukunft ja auch noch stärker als irgendwie gerade spürbar und auch noch starker als gedacht.

00:07:42: Klimaökonominnen unterscheiden hier in zwei Kategorien.

00:07:46: Zum einen beeinflusst die Klimakrise die Wirtschaft direkt Zum Beispiel die Landwirtschaft durch Ernteausfälle, bei Trockenheit und Umwetter.

00:07:54: Oder vielleicht sowas wie Transportwesen.

00:07:56: da muss ich grad dann denken?

00:07:58: Durch sich die verändernden Umweltbedingungen.

00:08:01: Ich weiß das im Rhein zum Beispiel dass Wasser oft so niedrig ist, dass da gar keine Containerschiffe mehr lang fahren können.

00:08:08: Und genau vielleicht auch für diese direkten Auswirkung

00:08:13: Ja, genau.

00:08:14: Es gibt auch noch indirekte wirtschaftliche Auswirkungen die durch die Klimapolitik und die erforderlichen Transformationen in Unternehmen entstehen.

00:08:21: Dazu zählt zum Beispiel die CO-Bepreisung.

00:08:24: Die macht beispielsweise Produktionsprozesse und Anlagen mit hohem CO-Ausschluss langfristig nicht mehr rentabel.

00:08:31: Das treibt die notwendigen Veränderungen zur Umstellung auf eine nachhaltige klimafreundliche Wirtschaftsweise zwar voran ist für den Moment der Transformation Aber vielleicht auch mit einer gewissen Belastung für die Betriebe vorhanden und macht es ja nicht so attraktiv, also zumindest kurzfristig.

00:08:48: Ich versuch's gerade nochmal zusammenzufassen.

00:08:50: Also die Wirtschaft hat einen sehr starken Einfluss auf das Klima... würde gleichzeitig jedoch selber auch total stark davon profitieren, das Klima besser zu schützen.

00:09:02: Die Wirtschaft hat also große Macht und man dürfte meinen auch eigentlich selbst einen großen Anreiz etwas zum Positiven in Richtung Nachhaltigkeit zu verändern.

00:09:13: Ja jetzt sind wir hier ja aber ein Psychologie- und kein Wirtschaftspodcast.

00:09:19: Wo kommt denn jetzt vielleicht auch unsere Perspektive und Expertise als PsychologInnen ins Spiel, Céline?

00:09:26: Also mit der Frage was wir als Psychologistin bald zu tragen haben beschäftigen sich auch einige unserer Psychologists for Future-Kolleginnen.

00:09:34: Und haben diese Frage glaube ich noch nicht so ganz abschließend beantwortet weil es eben ja ziemlich komplex ist... Ja Dennoch stellt sich eben auch bei uns immer wieder die Frage natürlich, wie so ein Wandel in Richtung Klimaneutralität und Nachhaltigkeit in der Wirtschaft angestoßen und unterstützt werden kann.

00:09:54: Und da fühlen wir uns als normale BürgerInnen in der Regel ziemlich machtlos wenn wir nicht gerade selbst an entsprechenden Hebeln in großen Unternehmen sitzen.

00:10:06: Stimmt, also Hebel ist auch ein gutes Stichwort.

00:10:08: Denn tatsächlich haben wir uns ja in Folge einunddreißig unseres Podcasts schon damit auseinandergesetzt wie wir von innen heraus wenn wir irgendwo Hebel haben in Organisationen einen Wandel in Richtung Nachhaltigkeit anstoßen können.

00:10:23: da lohnt sich glaube ich noch mal rein zu hören in die Folge denn unsere Idee war bestimmt sind einige von uns oder von unseren Hörenden ja Angestellte oder vielleicht auch irgendwo eher anderenamtlich Mitglieder in einer Organisation.

00:10:39: Aber ja, in der Regel sind wahrscheinlich die wenigsten wirklich EntscheidungsträgerInnen mit großer machtvoller Positionen im Wirtschaftskonzern.

00:10:49: Wer weiß,

00:10:49: wer uns zuhört?

00:10:52: Jetzt könnte man natürlich auch sagen dass wir zumindest als Konsumentin einen gewissen Einfluss auf Unternehmensentscheidungen haben nämlich durch unsere Konsumentscheidung.

00:11:01: Stichwort Angebot und Nachfrage.

00:11:03: Und grundsätzlich wollen wir das natürlich begrüßen.

00:11:06: weiterhin.

00:11:07: Klar, wenn Menschen bei ihrem Konsum auf klimafreundliche Produkte achten.

00:11:11: Aber aus einer reinen Nachfrage-Logik heraus wird sich leider wohl kaum ein notwendiger Wandel einstellen!

00:11:20: Ja, und wir laufen dann vielleicht auch immer ein bisschen Gefahr.

00:11:23: So Greenwashing oder so zum Opfer zu fallen also nur scheinbarer Nachhaltigkeit von Produkten?

00:11:29: Und ja, wir wissen ja das auch bei vielen Menschen diese Nachfrage nach nachhaltigen Produkten leider noch gar nicht gegeben ist beziehungsweise bei vielen auch nicht möglich ist je nachdem welche Rahmenbedingungen und Ressourcen mit zur Verfügung stehen weil viele nachhaltige Angebote sind ja leider für viele schwer erhältlich oder auch einfach zu teuer.

00:11:52: Also, ich würde sagen wir können draus ziehen.

00:11:54: die Unternehmen selbst sind also weiterhin maßgeblich in der Verantwortung da was zu ändern?

00:12:00: Absolut!

00:12:01: Und wir Normalbürgerinnen, so in Anführungszeichen können aber nicht nur durch unsere Kaufentscheidungen, Signale in Richtung Unternehmensenden.

00:12:10: Sondern wir können natürlich auch versuchen, in die direkte Kommunikation zu gehen und da kommt nämlich die Psychologie ins Spiel.

00:12:19: Ein Teil unserer Expertisen ist ja wirksame Klimakommunikation.

00:12:24: Das ist auch hier eines unserer Kernthemen?

00:12:26: Sehr gut, ja also Kommunikation in Richtung Unternehmens gutes Stichwort.

00:12:29: da fällt mir auch als erstes so ein das es ja auch einige Kampagnen gab irgendwie Social Media Kampagne oder so mit denen ja auch Druck auf Unternehmen ausgeübt wird und wurde und stückweit in der Vergangenheit da auch schon Organisationen in die Verantwortung gezogen werden konnten.

00:12:48: oder

00:12:49: Ja, das prominenteste Beispiel ist da wahrscheinlich die Kampagne.

00:12:53: Die so groß gewesen ist nach dem Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch, ne?

00:13:00: Zwei Tausend Dreizehn.

00:13:02: Da haben sich viele Konsumenten über Social Media dafür eingesetzt dass mehr Transparenz in der Modeindustrie gegeben wird.

00:13:10: Unter dem Hashtag Who Made My Clothes stellten sie öffentlich Fragen an Modemarken, um herauszufinden unter welchen Bedingungen ihre Kleidung produziert wird.

00:13:20: Und durch

00:13:20: den öffentlichen Druck begannen dann auch tatsächlich viele Unternehmen ihre Lieferketten offen zu legen und nachhaltigere Produktionsstandards einzuführen.

00:13:28: also da ist schon ordentlich Druck gemacht worden und der Hashtags hat heute noch eine Bedeutung.

00:13:34: Ja, ich müsste gerade dann denken aus dem Bereich Lebensmittel.

00:13:38: Da gab es ja auch so einen großen Aufschrei um die Produktion von Palmöl, weil das massiv zur Abholzung von Regenwäldern beiträgt und einfach viele Tier- und Pflanzenarten bedroht.

00:13:51: Ich glaube der Orang-Utan war da immer das Vorzeigebeispiel, die vorzeige Tierart.

00:13:56: Und ich erinnere mich, dass es da auch einige Kampagnen zu gab und natürlich auch Petition und so... Aber heute sieht man zumindest auf vielen Produkten ja auch Siegel oder mehr Informationen darüber, ob Palmöl enthalten ist und unter welchen Bedingungen das erzeugt wurde.

00:14:14: Noch besser können wir unsere psychologische Expertise aber in direkte Gespräche mit einzelnen Personen einbringen – so wie wir vielleicht Klimagesprächen in unserem persönlichen Umfeld führen?

00:14:25: So können wir auch ein Klimagesprech mit WirtschaftsakteurInnen und Unternehmensvertreterinnen führen!

00:14:33: Ja, stimmt.

00:14:34: Und ja ich glaube genau diesen Gedanken hatten unsere Kolleginnen aus der AG Neustart Wirtschaft vor einiger Zeit und sie haben dann über zwei Jahre hinweg an einem Leitfaden für Gespräche mit Wirtschaftsakteuren gearbeitet.

00:14:48: da hast du dich glaube ich ein bisschen mehr reingefugst in den Leitfahrten?

00:14:51: Genau!

00:14:52: Den Leitfahren habe ich auch gelesen, den gibt es nämlich kostenlos zum Download auf unserer Webseite auf cyforf.org.

00:15:01: Genau, den genauen Link werfen wir wie immer auch in unsere Folgennotizen

00:15:05: Und wenn ihr Interesse an einer gedruckten Ausgabe habt könnt ihr euch übrigens auch direkt an die AG wenden.

00:15:10: Die haben eine E-Mail Adresse und freuen sich über eure E-mail und zwar ist die Wirtschaft et psychologist for future.org.

00:15:18: So, jetzt würd ich sagen genug Informationen.

00:15:21: Lass uns mal in dein Gespräch reinhören!

00:15:23: Du hast dich ja mit unserer PSI-VF-Kollegin Constanze aus der AG unterhalten oder?

00:15:30: Genau voll gern also.

00:15:31: sie ist Psychotherapeutin und hat maßgeblich an der Entwicklung des Gesprächsleitfadens mitgewirkt.

00:15:36: Also zum Einstieg habe ich Constanzer gefragt wie es überhaupt dazu gekommen ist dass sie diesen Leitfahrten mitentwickelt hat.

00:15:43: Ich bin echt sehr gespannt.

00:15:45: Ja dann würde ich sagen lass uns da doch mal Reinhören, oder?

00:15:48: Ja.

00:15:49: Gerne!

00:15:51: Tatsächlich bin ich auf die Idee gekommen mich mit der Wirtschaft zu beschäftigen.

00:15:56: Nachdem ich in dem Jahr- und Zwanzig-Gespräch mit Politikerinnen der damaligen Regierungspartei geführt habe und das war doch relativ bizarr sage ich mal so dass sich dann dachte nach einer Weile.

00:16:09: ne da muss es noch einen direkteren Weg geben um Veränderung in der Wirtschaft anzustoßen Weil ja die Wirtschaft halt neben Politik und BürgerInnen einfach in ein ganz wichtiger Bereich ist, wenn man bedenkt dass hundert Unternehmen für siebzig Prozent der Treibhausemission zuständig sind.

00:16:26: Und das das ein Sektor ist wo man unbedingt ran muss?

00:16:29: Man denkt so die Wirtschaft das ist so groß und abstrakt und so.

00:16:34: aber letztendlich sind es hier immer Menschen Die da jeden Tag kleinere oder größere Entscheidungen treffen und mit denen kann man reden.

00:16:43: Außerdem sind wir als PsychologInnen ja sowieso prädestiniert, darin erstmal Veränderungsprozesse zu begleiten.

00:16:50: Aber andererseits auch natürlich Gespräche zu führen und Fragen zu stellen und in Kontakt zu kommen mit Menschen um da was anzuregen und dass wir als psychologInne einfach Expertise haben im Bereich Gesprächsführung die wir anderen engagierten dann auch zur Verfügung stellen können.

00:17:08: Wir sehen das es Klimabewegte-Menschen gibt die manchmal nicht wissen, wie sie es anstellen können.

00:17:17: Die irgendwie ins Gespräch... gehen wollen, aber nicht wissen wie.

00:17:23: Und der Leitfaden bietet eben da genau eine Möglichkeit für ne Struktur und die Entwicklung von einem Plan was ja erst mal Sicherheit gibt und natürlich sind auch Infos drin.

00:17:33: Wir haben so ein Teil der eben so den die Vorbereitung und den Einstieg ins Gespräch darstellt.

00:17:39: dann haben wir einen Teil der verschiedene Beispiel Fragen und Vorschläge auf Checklisten enthält und auch natürlich jede Menge Lösungen.

00:17:48: Ja es macht ja Sinn über zu sprechen und über Veränderungspotenziale, die man abfragen kann was vielleicht schon gut läuft wo man anknüpfen könnte.

00:17:58: Und es gibt auch tatsächlich so Checklisten die also die Bereiche erklärt wo es in Unternehmen möglich ist Emissionen einzusparen.

00:18:07: da kommt man ja so als Laie nicht vielleicht direkt immer drauf.

00:18:11: Und da haben wir dann, um das zu erleichtern und dass nicht jeder irgendwie groß noch nach recherchieren muss, haben wir noch einen Kapitel gemacht mit Hintergrund-Infos wo wir zum Beispiel das mit diesem CO²BJ erklären warum es jetzt eben so schnell gehen muss die Emissionen zu reduzieren.

00:18:31: Das haben glaube ich in der Dringlichkeit einfach viele wirklich noch nicht verstanden und das macht unbedingt Sinn das Selbstverständnis zu haben, aber auch weiterzugeben.

00:18:40: Und dann haben wir einen Teil wo eben diese Emissionen in Unternehmen herkommen.

00:18:47: Es gibt ja seit dem Jahr zwölfundzwanzig so eine EU-weite Berichtspflicht also solche Dinge die man normalerweise vielleicht eben nicht weiß.

00:18:56: Die sind dann halt dort einmal einfach erklärt oder wie es einfach grundsätzlich mit Veränderungsprozessen ist.

00:19:04: Da gibt es ja verschiedene Stadien, da haben wir uns Gedanken gemacht wie kann man auf diese verschiedenen Stadion an der sich die Person oder das Unternehmen befindet halt passend drauf eingehen und wir haben auch so Hilfestellungen drin wie man auf typische Verzögerungsargumente reagieren kann.

00:19:22: Und letztlich ist der Leitfaden dann aber so flexibel dass er auf sehr viele Anwendungssituationen hin genutzt werden kann.

00:19:32: Und man kann das halt als klimabewegte Person alleine machen oder auch in der Gruppe.

00:19:38: Wir haben uns da bemüht, sehr verständlich das zu machen.

00:19:41: Ja es sind doch Abbildungen drin Es ist bunt, es ist glaube ich schon ansprechend und einfach leicht anwendbar für alle.

00:19:51: Ja, jetzt sind wir ja direkt schon in den Aufbau des Leitfadens eingestiegen und da scheint ja echt einiges drin zu stecken.

00:19:57: Das ist ja auch glaube ich ein ganz schön langes Dokument.

00:20:01: Ja voll!

00:20:02: Ich habe Konstanze dann gebeten mir mal zu schildern wie ich als klimabewegte Person den Leitfahrten konkret nutzen und so ein Gespräch mit Wirtschaftsaktörin angehen kann.

00:20:13: Also es handelt sich ja dann auf jeden Fall um ein vorbereitetes Gespräch, dass man eine Auswahl an Fragen hat.

00:20:20: Sich schon auch auf die Situation sachlich vorbereitet.

00:20:23: also Informationen bisschen was recherchiert über das Unternehmen oder die Person oder die Position dieser Personen in dem Unternehmen.

00:20:33: und dann haben wir auch so Hilfestellungen drin.

00:20:35: wie kommt man denn Kontakt?

00:20:36: Es gibt eine Mail-Vorlage es kann auch einen Kennenlerntelefonat geben es gibt Einstiegsfragen kann man zum Beispiel vorab ja auch gut üben, dass man das einfach auch mal so ein bisschen spielt.

00:20:50: Ja wir haben halt dann im zweiten also in einem größeren Teil des Leitfadens eine Ausfall von Fragen drin.

00:20:58: Also wir dachten tatsächlich anfangs es wäre sehr simpel Wir sammeln einfach unsere Ideen von Fragen und wählen die Top drei oder top zehn aus, die alle stellen können.

00:21:11: Und daran sind auf jeden Fall grandios schnell gescheitert, weil wir festgestellt haben anhand unserer Überlegungen aber auch der Testgespräche dass das so nicht funktionieren kann.

00:21:23: Weil doch die Unternehmen sehr unterschiedlich sind Auch die Situationen und die Personen auch in welchem Stadium der Veränderung sozusagen sich die Person und das Unternehmen schon befinden Und was es da braucht.

00:21:41: Und es macht auch einen Unterschied, wie viel Zeit man eigentlich zur Verfügung hat fürs Gespräch.

00:21:46: Da sind das irgendwie nur zehn Minuten zwanzig oder hat man anderthalb Stunden?

00:21:50: Das macht einfach ein Unterschied.

00:21:52: und es macht noch einen Unterschied ob man die Gesprächsperson kennt oder nicht also ob's jemand aus dem Bekanntenkreis ja irgendwie der Mann einer Freundin oder die alte Schulfreundin oder so ist oder ob man da als Vereins engagierte Person eine offizielle Mehl schreibt an ein großes Unternehmen, an die Führungsebene und dort in einem ganz anderen Kontext einer ganzen anderen Beziehungsbasis sozusagen reingeht.

00:22:21: Und naja es macht ehrlich gesagt schon natürlich ein bisschen Aufwand dass das nicht in fünf Minuten vorbereitet ist muss man klar sagen.

00:22:29: aber Also es ist halt eine Chance, sich vorzubereiten.

00:22:32: Dass man sich schon überlegen kann was machen die denn schon gut oder was ist dieser Person wichtig?

00:22:38: Ja das ist überhaupt in der Klimakommunikation so dass also eines der wichtigsten Dinge auf das einzugehen was der person wichtig ist und Klimaschutz ist ja auch im Wirtschaftskontext einfach mal Selbstschutz und da vielleicht zu gucken wo sind da die Interessen?

00:22:56: dann kann man sich auch vorbereiten, indem man halt... sich nicht nur die Fragen aussucht sondern das halt auch ausprobiert.

00:23:04: Das für sich mal durchspricht weil unter Stress können wir nicht so gut Sätze bilden oder nachdenken.

00:23:11: und es ist gut wenn man das einfach schonmal für sich ausgesprochen hat oder vielleicht sogar im Rollenspiel mit anderen mal ein bisschen probiert hat und dann ein bisschen Sicherheit gewinnt oder mehr Sicherheit gewinnt Dann ist es natürlich Improvisation.

00:23:26: Also, wenn's dann erst mal läuft ergeben sich ja dann Ansatzpunkte.

00:23:31: Es kann sich dann auch vielleicht eine andere Entrichtung entwickeln als die man gedacht hat.

00:23:36: aber trotzdem bietet dann halt in Leitfaden von Fragen einen Pool aus dem man sich halt das passende aussuchen kann und auch wenn das Gespräch gelaufen ist hinterher nochmal gucken kann.

00:23:48: okay jetzt ein paar Anregungen.

00:23:50: womit könnte es weitergehen?

00:23:53: Ich habe es zum Beispiel so gemacht, wenn ich Gespräche geführt hat.

00:23:56: Dann hab' ich mir eben ein paar Fragen rausgeschrieben oder ein paar Seiten kopiert das angemarkert und dann habe ich mir auch die Antworten dazu geschrieben.

00:24:03: was ganz praktisch ist auch dass nochmal nachzugeflektieren mit einer anderen Person im Idealfall und kommt dann vielleicht noch mal so auf ein paar Ideen oder kriegt nochmal bisschen was gespiegelt wo man da vielleicht in irgendeine Falle getappt ist Worauf man nochmal zurückkommen möchte oder so.

00:24:23: Ja, weil es vielleicht ja nicht nur ein Gespräch bleibt sondern weil man vielleicht hinterher noch eine E-Mail verschickt oder sich nochmal trifft, vielleicht auch die andere Person noch mal auf einen zukommt.

00:24:37: Und dann hat man vielleicht mit hoher Wahrscheinlichkeit Spaß dran.

00:24:42: Jedenfalls war das bei anderen so, die Gespräche geführt haben wenn sie erst einmal über diesen ersten Schritt gegangen sind dass sie dann auch auf jeden Fall mehrere Gespräche gemacht haben und es immer anders.

00:24:55: Man lernt eine Menge selber dazu und es macht auf jeden Fall auch total Sinn, weil wir alle die wir das durchgeführt haben in irgendeiner Form den Eindruck hatten dass wir Denkanstöße ermöglicht haben.

00:25:08: Das ist so.

00:25:09: Momente gab wo die Person da habe ich ja noch nicht so drüber nachgedacht.

00:25:14: gute Frage Ja.

00:25:15: also solche Situationen gab's auf jeden fall.

00:25:21: Okay, das klingt für mich auf jeden Fall viel schichtiger und viel seitiger als ich das als erstes mir vorgestellt habe.

00:25:30: Und ich hab Konstanze daraufhin nochmal gefragt, für welche Zielgruppen sich so ein Gespräch dann überhaupt

00:25:36: eignet?

00:25:38: Ja, man denkt glaube ich zuerst so an irgendwelche geschäftsführenden Leitungspersonen.

00:25:45: Aber das muss nicht unbedingt sein!

00:25:47: Es können auch angestellte ganz normale Mitarbeitende sein es können Personen sein die man durch irgendeinen persönlichen Kontakt kennt also dass man schon mal irgendwo eine Basis hat dass die andere Person auch weiß, ich will da jetzt keine Beschimpfungenvorwürfe irgendwas von mir geben.

00:26:06: Sondern wir wollen uns mal unterhalten und deswegen lohnt sich es auch mal selber zu gucken wer das denn sein könnte so im Umfeld abgesehen davon, dass man vielleicht als Regionalgruppe XY damals die Firma irgendwas anschreibt.

00:26:22: Das kann man trotzdem auch machen sich an einen der großen Unternehmen wenden, die mit den hohen Emissionen oder an bekannte Unternehmen.

00:26:34: Aber es können auch andere sein Es können mittelständische Betriebe sein.

00:26:40: Man muss einfach auf pragmatisch gucken wo kommt man denn überhaupt ran?

00:26:43: Wen kennt man und das kann Wenn man im Gesundheitswesen ist, eben in dem Bereich sein.

00:26:49: Es könnten aber auch vielleicht Verbände sein aus Industrie oder Handwerk wo man sagt ja hier wollen wir doch mal ranhorchen?

00:26:57: Vielleicht auch in irgendeiner Form unterstützen oder einfach auf Präsenz zeigen und Interesse zeigen und ein bisschen Druck machen letztendlich vielleicht auch noch besser man kennt da jemanden Und ja, oder jemand kennt jemanden und dann ergibt sich daraus vielleicht was wo man dann an eine höhere Ebene vielleicht kommt.

00:27:20: Okay also es gibt nicht nur um die CEOs und die Betriebsleitungen von Konzernen sondern ich kann selber auch schauen zu welchen Unternehmen ich vielleicht eh schon einen Bezug habe und an welche Kontakte ich überhaupt herankomme und das kann natürlich auf allen Ebenen von so einem Unternehmen sein.

00:27:38: Ja, absolut.

00:27:39: Und das macht es vielleicht noch niedrigschwelliger so ein Gespräch einfach mal auszuprobieren.

00:27:44: Jetzt hat Constanze ja nicht nur den Leitfaden entwickelt sondern auch selber schon erprobt was ich mega cool finde und darum habe ich sie dann auch gebeten um ein paar von ihren Erfahrungen zu schildern wie das denn so liefert in den Gesprächen

00:27:58: Also... Ich hab mit verschiedenen Bekannten und Freunden oder so über Eckkontakten gesprochen.

00:28:08: Da hat jemand in einem Pharmaunternehmen gearbeitet, jemand in der Telekommunikation und dann war da ein Finanzdienstleister dabei.

00:28:17: Einer hat in einer Firma die Industriegase herstellen gearbeitet und das waren so die Kontakte.

00:28:23: und dann hatte ich auch einen Kontakt zu jemand aus einem großen Chemie-Unternehmen.

00:28:29: Mit dem habe ich mal telefoniert.

00:28:31: Wir haben zwei Online-Termine gehabt, mehrere Mails geschrieben und ich wurde auch einmal zu einer Werksführung eingeladen.

00:28:38: vor Ort Und das war schon sehr spannend muss ich sagen.

00:28:43: Ich glaube es gab erst mal eine kooperative Grundhaltung.

00:28:48: Durch so ein kleines Telefonat oder so, dass man dann schonmal festgestellt hat okay das ist ganz normaler netter Mensch und man ist halt irgendwie engagiert und umweltorientiert und das möchte ja die Person auch selber sein.

00:29:02: also diese Person hatte ja auch selber Einstellungen in diese Richtung.

00:29:07: und dann naja ich hab wahrscheinlich nachgefragt ob ich vor Ort mal vorbeikommen kann denke ich genau und dann bin ich da so richtig mit Anmeldung und durch die Schranke und den Sicherheitsdienst.

00:29:18: Und dann waren wir da unterwegs, und dann hatte er sogar eine Präsentation vorbereitet.

00:29:23: Das heißt es war irgendwie schon witzig!

00:29:26: Ich war zwar nur eine Person aber es war klar hier beschäftigen sich gerade mehrere Personen in diesem Unternehmen damit.

00:29:34: dass jemand von einer Klimaschutzorganisation kommt.

00:29:39: hinterlässt natürlich Spuren, weil ich habe mir natürlich auch angehört was schon gut läuft aber auch etwas schwierig ist natürlich und das stimmt ja auch.

00:29:48: Industrie- und Wirtschaftsprozesse sind halt irgendwie ein eingefahrene Strukturen und es ist schon richtig, dass man das nicht einfach irgendwie mal schnell umkrempeln kann selbst wenn man will.

00:30:01: Aber ich konnte halt auch sagen weil zu dem Zeitpunkt eben doch eine recht gute Basis für ein Gespräch da war, dass die Physik sich leider eben nicht dafür interessiert wie viel Zeit wir dann gerne noch so hätten.

00:30:15: Das ist schon inspirierend zu hören, finde ich.

00:30:18: Wo sich Constanze da schon hingewagt hat und wie die Unternehmen auch so auf ihre Gesprächsanfrage eigentlich eingegangen sind.

00:30:26: Ich finde es bleibt aber ein bisschen noch die Frage was kann das jetzt tatsächlich überhaupt bewirken?

00:30:32: Ja, kann ich verstehen!

00:30:32: Das habe ich mich auch gefragt... Und darum auch mal bei Constanzen nachgehakt, was denn so Ihre prägenste und erfolgreichste Erfahrung war.

00:30:41: ne?!

00:30:43: Prägend, weil eindrucksvoll war dieses Gespräch bei diesem Chemieunternehmen.

00:30:50: Da kommt man ja im Leben nicht hin.

00:30:51: Das ist einfach spannend!

00:30:52: Man kommt mal in Kontext rein und erfolgreich muss ich sagen woran misst man Erfolg?

00:31:00: Das ist ja schwierig.

00:31:02: also gut Ich bin es halt aus der Psychotherapie gewöhnt dass man mit einem Gespräch jetzt nichts großes umkrebbelt Aber trotzdem stetig etwas erreicht, sodass am Ende einer Therapie doch in vielen Fällen eine positive durchaus auch größere Veränderung vonstatten gegangen ist.

00:31:21: Obwohl man ja nur geredet hat aber das ist halt Wirksam.

00:31:27: Das ist wirksam, man stößt was an Es gibt ein paar Schritte und dann entwickelt sich es weiter und dann strahlt das aus.

00:31:34: Dann kann man ja immer noch etwas verbessern unterstützen und reinbringen usw.

00:31:38: Man braucht natürlich erstmal grundsätzlich eine realistische Erwartungshaltung.

00:31:42: Also ich glaube die Idee jetzt mit einem Gespräch was großes zu reißen wird zum Scheitern verurteilt sein.

00:31:48: aber Was man als Erfolg für sich definieren kann ist doch wenn man hinterher das Gefühl hatte Okay, das hat Sinn gemacht.

00:31:55: Hier hat jemand vielleicht jetzt eine neue Idee in Denkanstoß irgendeinen Impuls, den es vorher nicht gab und was der andere dann damit macht?

00:32:05: Das sehen wir ja nicht!

00:32:07: Aber wir können uns bewusst sein dass wir in diesem gesamten Prozess ein Puzzleteilchen bewegt haben und es auch noch andere Menschen gibt die eben positive Einflüsse haben.

00:32:22: Andere Kontexte oder auch Druck ganz klar nur durch Gesetze.

00:32:26: Alle diese Dinge wirken ja halt auch, genau insofern ist man selbst halt irgendwie ein Rädchen im Getriebe der Veränderung und das würde ich als Erfolg bezeichnen.

00:32:37: Und es ist ein gutes Gefühl, weil man sehen kann okay cool!

00:32:41: Klar habe ich's als einzelne Person nicht rausgerissen aber ich habe einen Beitrag geleistet.

00:32:46: Fühlt sich gut an

00:32:48: Interessant, also so ein Gespräch ist vielleicht nur so ein kleiner erster Impuls.

00:32:54: Aber im Zusammenwirken mit anderen Faktoren kann es doch etwas bewirken.

00:32:59: Das war jetzt mein Take daraus!

00:33:01: Ja würde ich sagen meiner auch.

00:33:03: apropos Impulse Wie sich für unseren Podcast gehört habe ich auch Konstanze zum Abschluss gefragt ob sie einen praktischen Impuls an unsere Hörnern hat.

00:33:14: einfach machen und ausprobieren, sich irgendeine Person schnappen.

00:33:19: Wo es nicht schlimm ist wenn man da eben zweimal mit dem Satz anfängt ist doch egal ja?

00:33:25: Einfach ausprobierend und sich mal aus der Komfortzone begeben, sich das trauen Und wenn das gut läuft, sichs auch an anderer Stelle trauen und man wächst mit seinen Aufgaben.

00:33:37: Natürlich war ich auch am Anfang super aufgeregt und das verflüchtigt sich aber, weil man dann nach der Weile halt eine Übung und Routine entwickelt.

00:33:47: Und dann macht es nur noch Spaß ist doch schön.

00:33:50: Aber man muss erstmal einfach anfangen genau!

00:33:55: Ja also mich freut gerade echt zu hören dass so ein Gespräch offenbar auch einfach eine gute Erfahrung für mich selbst sein kann.

00:34:04: Selin, was hast du denn so mitgenommen aus diesem intensiven Gespräch mit Constanze?

00:34:09: Also ich hab auf jeden Fall mitgenommen das es mir total Spaß gemacht hat ihr dabei zuzuhören und dass sich das bewundere ja dieses wie wir es auch vorhin genannt haben dieses neue Level also anzugehen Und jetzt wo du's auch noch mal gesagt hast etwas für sich selbst mitnehmen.

00:34:24: Mir machts das immer leichter wenn ich für meine Werte einstehe überall, wo ich es kann.

00:34:29: Und ich glaube so lebt Konstanze das auch für sich und ich glaube dass das ansteckend ist.

00:34:33: also wir wissen irgendwie Menschen die im Unternehmen freundlich sind machen gleichzeitig eine freundliche Atmosphäre und ich könnte mir vorstellen dass es genau diesen Effekt eben auch noch so einem Klimagespräch hat.

00:34:43: und deswegen ist mein Fazit geht in die Unternehmen Macht es.

00:34:47: Traut euch!

00:34:48: Ja, danke dir und möchte ihr so zuhören?

00:34:50: Hab ich auch gerade noch gedacht okay vielleicht ist das gar nicht der Gesprächsinhaltet er jetzt die Wirkung am Ende erzeugt sondern wie du sagst dass deine Person irgendwie mit Werten der Nachhaltigkeit ins Gespräch gegangen ist und da ein gutes Gespräch geführt hat und das vielleicht hängen bleibt und irgendwo was auslöst.

00:35:09: Und

00:35:09: Perspektiven auch aufzeigt,

00:35:10: gell?!

00:35:12: Ja, danke dir auf jeden Fall, dass du das Gespräch mit Constanze geführt hast.

00:35:15: Und natürlich ein ganz großes Dankeschön an Constanzen und die AG Neustadt Wirtschaft für diesen inspirierenden Einblick unter den tollen Leitfaden.

00:35:24: Hast du auch noch so einen abschließenden Handlungsempuls für unseren höheren Parat?

00:35:29: Ja!

00:35:29: Also so ein bisschen habe ich da wahrscheinlich eben schon gesagt... geht den ersten Schritt.

00:35:34: Vielleicht kann sich überlegt werden, welche Unternehmen gibt es in eurem Umfeld?

00:35:38: Zu welchen AkteurInnen habt ihr vielleicht ohnehin schon eine Beziehung?

00:35:42: Gibt's was wo ihr das Gefühl habt da traue ich mich mal so den ersten Step zu machen.

00:35:46: Dann werft echt meinen Blick in diesen Leitfaden der lohnt sich und ist total gut aufbereitet Und bereitet euch Schritt für Schritt auch ein erstes Klimagespräch vor Und im besten Fall gebt ihr einen ersten Anstoß in einem Unternehmen.

00:36:00: Im schlimmsten Fall seid ihr um eine persönliche Erfahrung reicher, gell?

00:36:03: Ja sehr gut!

00:36:05: Ich muss sagen ich bin auf jeden Fall ganz neugierig geworden und habe Lust das selber auch mal auszuprobieren mit so einem Gespräch mit Wirtschaftsakteurinnen.

00:36:13: Den Link zum Leitfaden findet ihr ja wie gesagt natürlich auch in unseren Folgen.

00:36:18: Notizen hier zur Podcastfolge und wenn ihr euch jenseits des Wirtschaftsthemas noch tiefer in das Thema Klimakommunikation reinfuchsen wollt, empfehlen wir euch wie gesagt auch unsere vorherigen Folgen dazu.

00:36:31: Also hört doch gerne mal in Folge sechzehn, zwanzig und fünfundzwanzig rein!

00:36:36: Ja damit möchten wir uns dann für diese Folge verabschieden.

00:36:39: Wir freuen uns wenn ihr uns an andere Menschen weiterempfehlt oder uns mit Sternen euren Podcastplayer bewertet oder uns auf Social Media Feedback zu den Folgen gebt.

00:36:50: Damit können wir total gut arbeiten und das interessiert uns ist es uns wichtig Und es hilft, uns dabei mehr gesehen zu werden und noch mehr Menschen zu erreichen.

00:36:59: Tschüss!

00:37:00: Danke!

00:37:01: Ciao!

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